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Nordmänner,
Heiden, Barbaren und Wilde.
All das schimpfte man die Männer aus dem Norden, aber wer waren sie wirklich? Waren die Wikinger wirklich nur dumbe Gesellen in Fellen und trafen ihre nicht sehr schmeichelhaften "Spitznamen" wirklich zu? Die heutige Wissenschaft zeichnet ein anderes Bild der Kultur der Wikinger, einer Kultur von Handwerkern, Händlern, Seefahrern und auch Eroberern und Kriegern, deren Leben die Entwicklung Europas bis heute beeinflusst hat! |
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Der Speer
Die
gebräuchlichste Bewaffnung eines Kriegers im frühmittelalterlichen
Norden waren ein Speer und ein langes Messer (Ein Sax) oder eine
kleinere Axt. Der Speer war die erste Wahl bei den Waffen, da bei seiner
Herstellung am wenigsten Metall verarbeitet wurde. Auf diese Weise war
auch für den einfachen Mann eine hervorragende Waffe erschwinglich. Es
gab eine große Vielfalt an Speeren. Der Stoßspeer besaß beispielsweise
eine breite, blattförmige Spitze, die zwischen 8 und 40 cm lang war.
Einige besaßen "Flügel" oder Flossen, die knapp unterhalb der Spitze
seitlich aus dem Schaft ragten, um ein zu tiefes Eindringen der Waffe
zu verhindern.
Die Saga berichtet auch von anderen Arten von Speeren, die
"högspjót", die "krokaspjót" und die "algeir". Diese werden von
modernen Übersetzern fälschlicherweise als Hellebarden bezeichnet.
Ein besserer Ausdruck hierfür wäre "Hakenspieß". Gemein war diesen
Waffen ihre Länge von etwa zwei Metern und die zweischneidige Klinge.
Der Sax Die zweite gebräuchliche Waffe, die der Wikinger führte, war der Sax. Dabei handelte es sich um ein langes Messer, das weniger zum Kämpfen als vielmehr zum täglichen Gebrauch bestimmt war, obwohl es auch immer wieder in der Schlacht zum Einsatz kam. Später kamen explizit als Waffe gefertigte Saxe in Mode. Die Axt Bei Soldaten weniger gebräuchlich als der Speer und der Sax war die Axt. Die meisten Axtblätter bestanden aus zwei Teilen mit unterschiedlichen Metallen und Härtegraden: Eine qualitativ hochwertige, scharfe Stahlklinge war mit einem Kopf aus weicherem Stahl oder Eisen verschmiedet. So benutzten zum Beispiel die Schweden und Skandinavier der byzantinischen Waräger Garde lange Bartäxte mit Schäften, die anderthalb Meter und mehr maßen. Dies waren die ungebräuchlichsten Äxte, die als Waffen eingesetzt wurden. Doch sie waren im Kampf gefürchtet und wurden zweihändig geführt, um den Schild eines Gegners weg zu reißen oder gar zu durchschlagen und den Mann dahinter zu treffen. Wie es auch mit anderen berühmten Waffen getan wurde, gaben die Wikinger ihren Äxten oftmals Namen, die bei Riesinnen, Walküren oder anderen kämpferischen Frauen der Mythologie und Geschichte entlehnt waren. Die Jugendlichen und die Alten trugen meist kurze Beile. Das Schwert Die seltenste, gleichzeitig aber auch begehrteste Waffe des Wikingerzeitalters war das Schwert. Eine solche Klinge besaß normalerweise nur ein König, Häuptling oder einer ihrer besten Gefolgsleute. Auch professionelle Krieger, führten Schwerter. Ebenso Händler, die wohlhabend waren . Die Sagas berichten von Schwertern, die als Erbstücke von Vater zu Sohn weitergegeben wurden. Dem Schwert kam eine mystische Rolle in der Gesellschaft zu, beinhaltete es doch in der Vorstellungswelt der Wikinger den Geist der Familie. Schwerter wurden bei Hochzeiten zwischen Braut und Bräutigam getauscht, wobei das Schwert des Mannes sorgfältig für den Sohn aufbewahrt wurde. (Da Schwerter nicht so gebräuchlich waren, diente auch häufig ein Schwertsax oder ein Langmesser diesem Zweck.) Die besten Schwerter wurden aus dem Rheinland importiert. Zeitweise wurde durch Karl den Großen sogar ein Exportverbot für Schwerter und Klingen aus dem Reich eingeführt, da die Wikinger und die Awaren diese Waffen gegen seine Armeen einsetzten. (Darüber hinaus wurde ein separates Verbot für die Kirche festgelegt, da diese sich nicht an das allgemeine Handelsembargo gebunden fühlte.) Die Klinge wurde, wenn sie Skandinavien erreicht hatte, mit gold- oder silberziselierten Parierstangen versehen, mit prunkvollen Knäufen gekrönt und mit Edelsteinen geschmückt. Einheimische Schmiede kopierten bald das Design der rheinländischen Klingen, was den arabischen Botschafter Achmed Ibn Fahdlan dazu veranlaßte, das typische Wikingerschwert wie folgt zu beschreiben: "Breit und flach, von fränkischer Machart." Der wikingische Schmied wurde in hohen Ehren gehalten, war er doch der Schöpfer einzigartiger Waffen. Die Anzahl und die reiche Ausstattung von Werkzeugen, die man in den Grabbeigaben von Wikingerschmieden gefunden hat, gibt Zeugnis von dem Wohlstand und dem sozialen Status dieser Handwerker. Wie es sich für Erbstücke gehört, hatten auch viele Schwerter klangvolle Namen, die ihrem Zweck Rechenschaft trugen. So nannten die Wikinger ihre Waffen beispielsweise "Gramr" (Zorn, Wut), "Gunnlogi" (Die Flamme des Kampfes), "Fotbitr" (Fußbeißer), "Nadr" (Natter) und "Kuernbut" (Mühlsteinzerbrecher). Aufbewahrt wurden die Schwerter meist in Scheiden, die mit Stoff ausgeschlagen waren. Dessen natürlicher Ölgehalt bewahrte die Klingen vor dem Rosten. Text: Christie Ward / Übersetzung: Frank Kieling |
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