Jordheim

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Nordmänner, Heiden, Barbaren und Wilde.
All das schimpfte man die Männer aus dem Norden, aber wer waren sie wirklich
? Waren die Wikinger wirklich nur dumbe Gesellen in Fellen und trafen ihre nicht sehr schmeichelhaften "Spitznamen" wirklich zu? Die heutige Wissenschaft zeichnet ein anderes Bild der Kultur der Wikinger, einer Kultur von Handwerkern, Händlern, Seefahrern und auch Eroberern und Kriegern, deren Leben die Entwicklung Europas bis heute beeinflusst hat!

 
Die Wikingerkultur gilt als frühe Kultur Skandinaviens (etwa 800-1050 n. Chr.), als der Norden Europas vom mächtigen Seefahrervolk der Wikinger beherrscht wurde. Ihre Überreste finden sich in erster Linie in Norwegen, Schweden und Dänemark, aber auch in Finnland, England und Nordfrankreich.

Die wichtigsten Fundorte für Artefakte der Wikingerzeit sind Grabkammern und Grabstätten. Stammesfürsten wurden in großen Gräbern bestattet, als Beigaben fand man reich verzierte Schwerter, Äxte, Schlitten, Zugkarren, Betten und anderes mehr. In Norwegen zeigen Funde gut erhaltener Wikingergräber bei Oseberg am Oslofjord und Gokstad, dass die Toten in hölzernen Booten beigesetzt wurden. Hauptmotive der Kunst waren Tierdarstellungen – besonders Pferde, Schlangen, Schwäne und Drachen –, mit denen man alle Grabbeigaben und die Schiffe selbst reich verzierte. Die Schnitzereien sind kraftvoll und wirken dennoch zart, man erkennt häufig lange, geschwungene Linien und miteinander verflochtene geometrische Muster. Auch Gold- und Silberarbeiten, mit denen beispielsweise Schwertgriffe verziert sind, weisen denselben filigranen Stil auf.
Abgesehen von Grabbeigaben konzentrierte sich die dekorative Kunst der Wikinger besonders auf Schmuck und Runensteine. Beim Schmuck, in der Regel aus Silber, gelegentlich auch aus Gold, handelt es sich meist um Medaillons, Anhänger, Nadeln und Spangen, die alle kunstvoll in Metall gefasst und häufig filigran verziert waren. Geflochtene Halsketten aus gezogenem Silberdraht bildeten die Prunkstücke der Metallverarbeitung. Runen-Inschriften, bestehend aus magischen in Holz oder Stein eingeritzten graphischen Zeichen, erinnerten an besondere Ereignisse, etwa die Heldentaten tapferer Stammesfürsten.

Siehe auch Wikipedia zu den Stilrichtungen der Wikingerzeit
© 2008 Walter Ruf / www.jordheim.info