![]() |
| Start | Über uns | Die Wikinger | Historische Darstellung |
Bilder | Bücher | Links | Kontakt & Impressum |
|
Nordmänner,
Heiden, Barbaren und Wilde.
All das schimpfte man die Männer aus dem Norden, aber wer waren sie wirklich? Waren die Wikinger wirklich nur dumbe Gesellen in Fellen und trafen ihre nicht sehr schmeichelhaften "Spitznamen" wirklich zu? Die heutige Wissenschaft zeichnet ein anderes Bild der Kultur der Wikinger, einer Kultur von Handwerkern, Händlern, Seefahrern und auch Eroberern und Kriegern, deren Leben die Entwicklung Europas bis heute beeinflusst hat! |
|
Ernährung
Die
Wikinger konnten auf ein reichhaltiges Angebot an Nahrungsmitteln
zurückgreifen. Obwohl Skandinavien sehr kalt ist, sind viele Arten der
Nahrung auch dort verfügbar, und was nicht über Ackerbau und Viehzucht
erlangt werden konnte, wurde durch Handel mit milderen Klimazonen
beschafft.
Leider verfaßten die Wikinger keine Kochbücher. Die frühesten Kochbücher aus Skandinavien stammen aus dem Mittelalter zwischen 1300 und 1350. Die Rezepte in diesen Büchern basieren auf der kulinarischen Tradition der restlichen mittelalterlichen Welt. So können z.B. Parallelen zur französischen Küche gezogen werden. Die Bücher enthalten Rezepte für Saucen, Milch- und Eierspeisen sowie zur Zubereitung von Geflügel. Tägliches Mahl Die Wikinger aßen für gewöhnlich zweimal am Tag. Das "dagmál" oder "Tagmahl" wurde am Morgen verzehrt, etwa zwei Stunden nachdem die Tagesarbeit begonnen hatte. (Ungefähr 7 oder 8 Uhr morgens) Das "náttmál" oder "Nachtmahl" wurde am Ende des Arbeitstages, gegen 7 oder 8 Uhr abends eingenommen. Diese Zeiten schwankten jedoch im Wechsel der Jahreszeiten, da sich die Zeit der Arbeit nach dem Tageslicht richtete. Die im Folgenden aufgezählten Speisen waren den Wikingern bekannt und werden entweder in literarischen Quellen erwähnt, oder durch archäologische Funde (Abfallhaufen, Grabfelder o.ä.) belegt. Getränke Alkoholische Getränke waren ein Mittel, mit dem die Wikinger Kohlehydrate auch im Winter zu sich nehmen konnten. Gewöhnlich meinte man damit Bier. Met, das sprichwörtliche "Getränk der Wikinger" wurde selbstverständlich ebenfalls getrunken. Der dafür nötige Honig wurde im südlichen Skandinavien gewonnen und in die Regionen importiert, in denen keine Bienen existieren können. Auch Fruchtweine wurden gelegentlich hergestellt und in den späten Jahren der Wikingerzeit hauptsächlich für sakrale Zwecke verwendet. Die Wohlhabenden konnten sich auch Traubenweine aus der Rheinregion leisten. Gewürze Dill, Koriander und Hopfen sind aus Jorvik und dem Danelag bekannt. Auch Mohn, schwarze Senfkörner und Fenchel zählten zum Speiseplan der Wikinger. Auf der Grabstätte von Oseberg wurden Brunnenkresse, Kümmel, Senfkörner und Meerrettich gefunden. Liebstöckel, Petersilie, Pfefferminz, Thymian, Majoran und Knoblauch dienten ebenfalls dem Würzen von Speisen. Exotischere Gewürze, wie z.B. Kümmel, Pfeffer, Salz, Ingwer, Kardamom, Zimt und Anissamen wurden durch Handel mit dem Orient importiert. Essig fand seine Verwendung beim Würzen ebenso wie Honig, der zum Süßen von Speisen benutzt wurde. Brot und Getreide Manchmal
finden die Archäologen die Überreste von Getreide oder Brot,
welche die Zeit seit der Wikingerära überdauert haben.
Gerste war das meistangebaute Getreide in Schweden und Dänemark. Zwischen 1000 und 1200 n.Chr. begann der Anbau von Roggen in Finnland, Ostschweden und Teilen Dänemarks. Allerdings konnte sich der Anbau von Roggen im Früh- und Hochmittelalter nirgends so recht durchsetzen. In Norwegen wurden Hafer und Gerste verstärkt angebaut. Auch in Island wurden diese beiden Getreidesorten bis etwa 1150 n.Chr. angepflanzt. Auch Weizen wurde in Jorvik, Birka, Oseberg und Dublin gefunden. Aus Italien importierte man Reis. Zeitweise wurde auch Hirse und Buchweizen konsumiert. Ein Großteil der Gerste wurde verwendet, um Bier zu brauen. Der Rest wurde zu Brot und anderen Nahrungsmitteln verarbeitet. Haferbrei und Haferschleim aus gemahlenen oder ganzen Körnern war das tägliche Hauptnahrungsmittel für die wikingischen Bauern und ihre Familien. Funde in Birka lassen vermuten, daß die meisten Brote aus einer Mischung von Gerste und Weizen gebacken wurden, obwohl das Brot auch andere Bestandteile enthalten konnte. (Dinkel, Hafer, Leinsamen oder ausgekeimte Erbsen) Roggen wurde ebenfalls zum Brotbacken verwendet. Getreide muß gemahlen werden, bevor man es zu Brei oder Brot verarbeiten kann. Die Handmühle, die man im Skandinavien der Wikingerzeit verwendete, bestand aus einem flachen Stein, auf dem ein anderer Stein lag. Der obere der beiden Steine wurde durch einen seitlich angebrachten Griff gedreht und war in der Mitte mit einem Loch versehen, durch das das ungemahlene Getreide eingefüllt wurde. Eine solche Mühle zu drehen war schwere Arbeit, die gewöhnlich von Thrallen und Sklaven verrichtet wurde. Milchprodukte Milchviehhaltung war in Nordschweden, Finnland und Norwegen sehr wichtig. Dabei stellten Kühe die Hauptlieferanten für Milch dar, obwohl auch Ziegenmilch verwendet wurde. In Island, wo man nur bescheidenen Ackerbau betreiben kann, waren Milchprodukte der Hauptlieferant für Proteine. Milch wurde normalerweise nicht frisch getrunken sondern zur Herstellung anderer Produkte verwendet. So verarbeitete man die Frischmilch zu Butter, Skyr, Käse (der meist stark gesalzen war, um die Haltbarkeit zu verlängern) und Buttermilch. Gesalzene Butter konnte jahrelang aufbewahrt werden. Gemüse
Die Wikinger verzehrten eine Vielfalt von Gemüse, die entweder im Garten
gezogen oder in der Wildnis gesammelt wurde. Durch archäologische Funde
aus Jorvik oder Dublin konnte man Karotten und Pastinak nachweisen,
fand Rüben und Sellerie, Spinat, Kohl, Radieschen, Puffbohnen und
Erbsen. Bei Svenborg konnten Reste von Endiviensalat nachgewiesen
werden. Darüber hinaus wurden Pilze, Zwiebeln und eßbare Seepflanzen
nachgewiesen.
Solche Gemüse gewannen ihre Haltbarkeit meistens durch Trocknen.
Eine Vielzahl von Samen diente auch der Gewinnung von Ölen -z.B.
Leinsamenöl und Rapsöl.
![]() Obst und Beeren
Schlehen, Pflaumen, Äpfel und Schwarzbeeren wurden in ganz Skandinavien
und den wikingischen Ansiedlungen gegessen. Blaubeeren waren eine
weitere, beliebte Speise. Weitere Speisefrüchte schlossen Himbeeren,
Holunderbeeren und die Beeren des Hagedorns ein. Kirschen und
Hagebutten dienten ebenso der Ernährung wie Sauerkirschen, Moltebeeren,
Erdbeeren und Vogelbeeren.
All diese Früchte wurden durch Trocknen haltbar gemacht oder in Honig bzw. Zucker eingelegt.
Fleisch und Fisch Rind-,
Hammel-, Lamm-, Ziegen und Schweinefleisch wurden in allen
Heimatländern und Siedlungen der Wikinger gegessen. Pferdefleisch wurde
ebenfalls verzehrt. (Zur Zeit der Christianisierung war der Verzehr von
Pferdefleisch sogar ein spezieller, heidnischer Brauch.)
In Island war die Viehzucht die Hauptnahrungsquelle und die
Hauptbeschäftigung der Bevölkerung. Rinder bildeten den größten Teil
des Hausviehs, bis im 12. Jahrhundert die Abkühlung des Klimas es
schwierig machte, große Rinderherden zu unterhalten. Ab diesem
Zeitpunkt wurde die Schafzucht favorisiert.
Die Wikinger hielten auch Hühner, Gänse und Enten zur Gewinnung
von Eiern und Fleisch. Schweine, Rinder und Schafe wurden normalerweise
im Herbst geschlachtet, um sie nicht mit den knappen Ressourcen durch
den Winter füttern zu müssen. Hühner, Gänse und Enten wurden das ganze
Jahr über als Fleischlieferanten verwendet.
Das Fleisch wurde durch Trocknen, Räuchern oder Einlegen haltbar
gemacht. In den südlicheren Regionen Skandinaviens, zum Beispiel in
Dänemark, wurde das Fleisch auch gepökelt, da man dort leichter an Salz
heran kommen konnte.
Text/Quelle: Frank Kieling, mit freundlicher Genehmigung des Autors
|
![]() |