Sonntag, Oktober 16, 2016

Haha, der Tourie hat gesagt…

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Und stell dir mal vor, da hat der Typ gefragt “Ist das Feuer echt?” und wollte seinen Sohn auch noch rein langen lassen… Kennt Ihr diese Geschichte? Ja? Kein Wunder, sie ist gut 15 Jahre alt, tauchte irgendwann mal auf Tempus Vivit! auf und seither vergeht kein Jahr, in dem mir nicht jemand erzählt “Horch ermol, du wässd nädd glaum, wos erm Achim dou bassierd is…” (und dann kommt wieder eine Geschichte, die man so zig tausend Mal gehört hat. Ich kann die “dummer Tourie” Sprüche nicht mehr hören!

Ich bin jetzt so roundabout 15 Jahre im Hobby, und ja, ich habe auch grenzwertige Besucher erlebt. Essen und Mädels angrabschen, ein paar dumme Sprüche und das obligatorische “Aber ich habe doch Eintritt bezahlt!”. In der Summe 12 Vorfälle, wenns hoch kommt 15, davon maximal 4 echte Ärgernisse. Blamiert hat sich bei uns noch kein Besucher. Kommentare wie “Des Schweat is oba ned schaugamfdauglich!” (im Hinblick auf eine scharfe Spatha Replik mit daneben liegender Quellensammlung) kamen von “Aktiven” und “Hobbyisten”.

Trotzdem hält sich hartnäckig der Nimbus vom “Tourie”, der keinen Plan hat und grenzdebile Fragen stellt. Ganz ehrlich, die wenigsten glauben, dass wir immer in Zelten leben, Fake Essen kochen und zum schlafen nach Hause fahren (ein Oxymoron der Argumentationskette, wenn ich das bemerken darf!).
Besucher sind ganz normale Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, und wenn sie etwas haben, dann Scheu in Kontakt zu treten. Das letzte was Sie brauchen, sind Augenrollende Dienstleister, die den Kunden maßregeln (denn nichts anderes ist das Verhältnis auf einem Event, der Besucher ist zahlender Kunde, und der Darsteller ein angestellter Dienstleister) und dumm da stehen lassen.
Wenn ein Besucher dann seine Scheu überwindet und trotz der omnipräsenten Absperrungen Kontakt aufnimmt, mag es sein dass der eine oder andere Lapsus, beim Versuch das Eis zu brechen, passiert. Aber was solls, passiert jedem Mal - didaktische Grösse wäre es, dem Kunden hier Brücken zu bauen und ins Gespräch zu kommen.

Man sollte sich sein eigenes Zivilleben mal angucken, würdet ihr eure Bürotür absperren und Kunden außen vor lassen oder einen Kunden auslachen? Nein? Warum dann auf Events?

Zumal 90% der “Touriegeschichten”, wenn sie nicht eh nur Hörensagen sind, das seit Äonen durch die Szene geistert, einfach nur Missverständnisse sind.

Auf die üblicherweise zitierte Frage “Ist das Feuer echt” kann man zweierlei Antwort geben:
- “Ne das ist ein Kunstfeuer, haben wir von der Enterprise runter gebeamt, wissen se…” *augenroll*
- “Wie? Achos, sie meinen sicher wegen der Brandgefahr? Nein, das Feuer ist schon echt, aber alles vorab mit der Feuerwehr abgeklärt!”
So behält der Fragende sowohl sein Gesicht, als auch die Option, das Gespräch zu vertiefen!

Öffentliche Events leben von, stehen und fallen mit - den Besuchern! Man sollte sie auch so behandeln! Und dazu gehört auch, sie nicht in die Klischeebeladene Tourieschiene zu schieben. Finde ich zumindest!

Willkommen

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Das Leben der Wikinger, aufgerollt aus der Sicht eines nörgelnden Waldläufers und Pragmatikers!

Wenn ihr mehr über den Autor wissen möchtet, klickt einfach hier für weitere Infos!

Ansonsten wünsche ich viel Spaß auf der Seite!

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