Samstag, September 24, 2016

M&B Viking Conquest - Virtuelle Wikinger

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“Ein Computerspiel? Ernsthaft?” werden sich einige denken! Ja, ernsthaft, weil unter der Oberfläche ist M&B Viking Conquest ein Spiel, bei der viel Liebe zum Detail, Recherche und Hintergrund geflossen ist!
Es ist sicher kein Lernprogramm oder didaktisch wertvoll, aber es macht a) Spass und b) zeigt es, dass etwas historisch sein kann, ohne langweilig zu sein (Jerry Bruckheimer, History Channel und Pro7: Aufpassen!).

Was ist Mount and Blade nun eigentlich? Per Definition ist es ein Open World Sandbox Rollenspiel, das heißt, man kann in einer offenen, uneingeschränkt zugänglichen, Welt mit offener Missionsstruktur und Aufgaben / Zielführung die Rolle eines fiktiven Charakters übernehmen.
Das Grundgerüst ist recht einfach gehalten, man beginnt als einfacher Bürger, nachdem man einen Charakter erstellt hat. Hier kann man Herkunft, Attribute, etc. frei wählen! Dieser Bürger wird in eine Situation geworfen, wo er nahezu pleite ist, und sich eine Existenz erwirtschaften muss. Dies ist der rote Faden, im Hauptspiel, Mount and Blade - Warband, ist der Hintergrund das Reich Calradia, in der sich Aegiers, Nors, Swadians und andere, an früh-hochmittelalterliche Kulturen angelehnte, Reiche bekriegen.

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Bei M&B Viking Conquest ist dies nun so, dass der Hintergrund in Nordeuropa Mitte des frühen Mittelalters verlegt wurde, man hat es nun mit Schweden, Dänen, Norwegern, Franken, Friesen und natürlich Angelsaxen zu tun. Nach einem Wikingerüberfall muss sich der Protagonist selbst und alleine durchs Leben schlagen - auf der Suche nach dem Schuldigen für den Überfall, der seiner Mutter das Leben kostete. Das soll nicht der erste Wendepunkt sein, aber zu viel möchte ich nicht verraten!

Schlägt man nun das erste Mal auf der Karte auf, hat man eine kleine 3D Ansicht, die die nähere Umgebung zeigt. Hier kann man nun, zuerst zu Fuß und alleine, später per Pferd mit Gefolge herumreisen. Auf diesen Reisen wird man auch mit den Auswirkungen eines Tag-Nacht Rhythmus und Wetterwechseln konfrontiert.
Früher oder später kommt es zu Begegnungen, wo in den Dialogmodus umgeschaltet wird. Hier kann man nun, Geschick und Fähigkeit vorausgesetzt, verhandeln, handeln und Bünde schmieden.
Geht das schief, kommt es zum Gefecht. Hier schaltet das Spiel in eine 3D Ansicht, wo man, später inmitten seines Heeres, mit dem Gegner aufräumt. Position, Wahl der Waffen und Fähigkeiten entscheiden hier. Danach darf der Gegner geplündert, Gefangene mit etwas Verhandlungsgeschick angeworben und/oder als Sklaven verkauft werden.

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Über kurz oder lang erhält man auch sein eigenes Schiff, was dann unter anderem Seeschlachten ermöglicht. Wie man nun sein Leben bestreitet und der Hauptstory folgt, ist jedem selbst überlassen. Man kann Handel treiben, sich einem Jarl anschließen und in seiner Rangfolge aufsteigen oder selbst plündern gehen. Jede Aktion beeinflusst allerdings, wie andere reagieren, und hat man z.B. Dorestad zu oft geplündert, kann es sein, dass ein benachbarter Jarl einem den Krieg erklärt - zu Beginn der Anfang vom Ende. Selbst als Wendehals kann man Karriere machen, bekämpfen sich z.b. Harald Blauzahn und Sven Gabelbarts Truppen, kann man opportunistisch zuschauen wer die Oberhand hat, in das Geschehen eingreifen und die Gunst des Siegers einheimsen!

Mit dem Gefolge, zu Beginn einfache Fyrd Mannen, das man anwirbt, kommt auch das Management, man muss nicht nur um seinen eigenen Säckel bemüht sein, sondern für die Mannen Essen (je vielfältiger, desto besser) und Sold heranschaffen. Verstärkt werden die Mannen auch noch durch Spezialisten, die in Methallen anzuwerben sind und weitere Fähigkeiten wie Fährtenlesen (es ist verdammt hilfreich, zu wissen, ob man grade 20 friesischen Seeräubern oder 20 schwer gepanzerten Huskarls folgt…) oder Diplomatie mitbringen.

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Spätestens wenn man das erste Mal mit einer Hundertschaft am Hügel auf die anstürmenden Friesen wartet, sieht wie Speerwerfer und Bogenschützen über den Schildwall der eigenen Huskarls hinweg schießen und dann, wenn der Angriff der Friesen am Schildwall abprallte, mit eingelegter Flügellanze hinter den versprengten Resten des Feindes herjagt, stellt sich das “noch eine Schlacht, noch eine Quest” Gefühl ein!

Die Macher von M&B - VC haben sich sehr viel Mühe bei den Städten, der Ausstattung und den Details gemacht, man darf aber keine Grafikwunder ala WITCHER III oder Far Cry erwarten! Dafür rennt das Spiel auf Mittelklasse Rechnern immer noch super flüssig!

Man bekommt das Spiel bei GOG - Good Old Games, als DLC.
Das heisst, man benötigt das Hauptspiel und das AddOn.

Mindestsystemanforderungen - Windows:
Windows XP/Vista/7/8/10, 1 GB RAM, Intel Pentium 4 2.0GHz oder AMD 2.5 GHz, 3D-Grafikkarte mit mindestens 64 MB VRAM, freier Festplattenspeicher: 900 MB, Maus, Tastatur.

Bildrechte für Header bei Talewords - mit freundlicher Genehmigung

Willkommen

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Das Leben der Wikinger, aufgerollt aus der Sicht eines nörgelnden Waldläufers und Pragmatikers!

Wenn ihr mehr über den Autor wissen möchtet, klickt einfach hier für weitere Infos!

Ansonsten wünsche ich viel Spaß auf der Seite!

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